Portraitfoto von Elke Heinemann

Autorin

„Mich interessiert, wie Menschen Wirklichkeit konstruieren. Welche Träume und Vorbilder beeinflussen uns, welche Wünsche und Ängste? Welchen Einfluss haben Medien? Was ist authentisch und was synthetisch? Wichtig ist mir, auszusprechen, was nicht gesagt wird, weil es nicht gesagt werden kann oder nicht gesagt werden darf.“

– Elke Heinemann

Portraitfoto von Elke Heinemann

Elke Heinemann - Vita

Elke Heinemann, geboren in Essen, hat Geschichte und Literaturwissenschaft studiert. Studien- und Forschungsstipendien des DAAD und der Studienstiftung des deutschen Volkes führten sie nach Grenoble und Oxford. Nach dem Abschluss als Magister Artium promovierte sie an der Freien Universität Berlin. Sie ist Absolventin der Hamburger Henri-Nannen-Schule für Journalismus und hat in Paris und London gelebt. Ein Teil ihres Werks ist während längerer Aufenthalte auf der griechischen Insel Naxos entstanden. Ihr erster, mehrfach ausgezeichneter Roman Der Spielplan. Ein Liebesroman erschien 2006. Es folgten weitere Romane, zuletzt Fehlversuche. Kein Kinderbuch (2018).

Zudem hat sie Monografien veröffentlicht, Hörspiele, künstlerische Radio-Features, Essays, Erzählungen, Prosa-Miniaturen, Lyrik sowie feuilletonistische Beiträge in Anthologien, Online-Magazinen, Zeitschriften und Zeitungen, darunter von 2015 bis 2016 die Kolumne E-Lektüren in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über Literatur im digitalen Raum. Elke Heinemann lebt heute in Berlin und Venedig. Sie gehört dem PEN-Zentrum Deutschland an, dem Netzwerk Lyrik, dem Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) und hat 2022 den PEN Berlin mitgegründet.

Sie war Jurorin verschiedener Literaturwettbewerbe und wurde selbst vielfach ausgezeichnet, zuletzt unter anderem mit dem Literaturpreis Ruhr für ihr Gesamtwerk und mit der Förderung der BKM als Writer in Residence im Deutschen Studienzentrum in Venedig sowie als Visiting Writer im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg.

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Polyglotte Prägungen

Elke Heinemann wuchs im Ruhrgebiet der Kohle- und Stahlindustrie auf. Die Sprache des Reviers inspirierte sie zu ersten literarischen Versuchen. In Schule und Elternhaus wurde hochdeutsch gesprochen, in anderen Lebensbereichen der Regiolekt mit seinen Schmelzwörtern und Hyperkorrektiven, ostpreußischen und rotwelschen Importen, Redewendungen und Sprachspielen aus dem Bergarbeitermilieu.

Elke Heinemann studierte in den 1980er Jahren Komparatistik und Geschichte in Essen, Köln und Berlin. Zeitgleich begann sie, erste literarische und journalistische Texte zu publizieren. Auslandssemester in Großbritannien und Frankreich ergänzten das Studium in Deutschland.  Nach dem Magisterexamen an der Freien Universität Berlin absolvierte sie die Henri-Nannen-Schule für Journalismus in Hamburg. Sie hospitierte in Redaktionen der Frankfurter Rundschau, der Frauenzeitschrift Brigitte, des Senders Freies Berlin in den Bereichen Hörfunk und Fernsehen, im Pariser Büro der Deutschen Presse-Agentur dpa sowie im Feuilleton der Wochenzeitung DIE ZEIT. Anschließend schrieb sie Radio-Features für den ARD-Hörfunk und Literaturkritiken für DIE ZEIT. Forschungsstipendien führten sie zudem nach Paris, London, Oxford und zurück nach Berlin, wo sie 1997 am Peter-Szondi-Institut der Freien Universität Berlin über Dichtung, Architektur und Landschaftskunst der englischen Frühromantik promovierte. Ihr erstes Buch, Babylonische Spiele. William Beckford und das Erwachen der modernen Imagination (Wilhelm Fink Verlag 2000), war das Ergebnis der wissenschaftlichen Recherche und wurde von ZEIT-Redakteur Benedikt Erenz als „glänzende Monografie über eine der ungewöhnlichsten Gestalten der europäischen Kulturgeschichte“ gerühmt.

Ein facettenreiches Werk im Spannungsfeld von Dokumentarkunst und Dichtung

Elke Heinemann lebt seit 1997 in Berlin-Prenzlauer Berg. Sie beteiligte sich in der Nachwendezeit an den intermedialen Projekten der literarisch-künstlerischen Szene, kuratierte interdisziplinäre und literarische Events wie das 5. Autorinnenforum Berlin – Rheinsberg und veröffentlichte Prosa und Lyrik in Anthologien, Zeitschriften und Zeitungen. Im Feuilleton der Frankfurter Rundschau publizierte sie Essays, in der Stuttgarter Zeitung und in der Wochenzeitung Freitag literarische Kolumnen, im ARD-Hörfunk künstlerische Radio-Features, Hörspiele und Gespräche mit Prominenten der Berliner Literatur-, Theater- und Kunstszene. 1999 erhielt sie den Förderpreis zum Literaturpreis Ruhr, 2000 den Hauptpreis der Floriana – Biennale für Literatur. Ihr Romandebüt Der Spielplan. Ein Liebesroman, gefördert mit dem Esslinger Bahnwärterstipendium für Literatur und nominiert für den Alfred-Döblin-Preis, den Aspekte-Preis und den Mara-Cassens-Preis, erschien 2006 in der Edition Nautilus. Im selben Jahr wurde ihr WDR-Radio-Feature Warten auf ein Echo. Hommage an Meret Oppenheim von der ARD für den Internationalen Medienpreis Prix Italia vorgeschlagen.

Elke Heinemann hat seitdem sowohl literarisch als auch publizistisch gewirkt. Sie ist mehrfach für ihre Arbeit ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste in Berlin, dem Stipendium als Writer in Residence der Franz-Edelmaier-Residenz für Literatur und Menschenrechte in Meran, dem Literaturpreis Ruhr 2018 für ihr bisheriges Gesamtwerk, einem Arbeitsstipendium der VG WORT im Rahmen des BKM-Programms NEUSTART KULTUR 2021 und dem Venedig-Stipendium der BKM 2022. Sie war Jurorin verschiedener Literatur- und Hörspielwettbewerbe in Deutschland, Österreich und Südtirol, zu denen die Floriana – Biennale für Literatur gehört, das Berliner Hörspielfestival und der Franz-Tumler-Literaturpreis für deutschsprachige Debütromane. Auch hat sie den Einfluss des Digitalen auf die Entstehung und Verbreitung von Literatur erkundet. Für die multimediale Digitalausgabe von Nichts ist, wie es ist. Kriminalrondo (Cividale Verlag 2015), einer Sammlung experimenteller Prosa und Lyrik, erhielt sie auf der Frankfurter Buchmesse den Deutschen eBook Award in der Sparte „Fiction“. Ihre hochgelobte Kolumne E-Lektüren über Dichtung im digitalen Raum, erschienen von 2015 bis 2016 im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wurde von dem Kulturjournalisten Florian Kessler als "publizistische Pioniertat“ gepriesen und liegt seit 2017 mit allen Folgen in einem kommentierten Band des Frohmann Verlags vor.

Eines ihrer neuen Radio-Projekte, Natur an Autorin – Autorin an Natur: #Strandgänge. Audioblog (WDR/BR 2020), ist dem Schreiben über Natur gewidmet: Nature writing ist für Elke Heinemann eine literarische Würdigung der Natur im sogenannten Anthropozän. In ihrem aktuellen Radio-Feature Briefe an einen Verstorbenen. Memorial für den Schriftsteller W.G.Sebald (WDR/SR/DLF 2020) geht es ihr um einen Autor, der sich intensiv mit traumatisierten Menschen befasst hat, denen auch ihr Interesse gilt.

Eine mehrfach ausgezeichnete Autorin mit vielfältigen Interessen

Mit stilistischer Vielfalt, sprachlichen Verdichtungen und metaphorischen Verschiebungen treibt Elke Heinemann in ihrem aktuellen Roman Fehlversuche. Kein Kinderbuch (edition taberna kritika 2018) das literarische Experiment weiter. In der Geschichte des fantasievollen Mädchens Elisa, das sich wünscht, auf der Geburtsstation mit einem anderen Kind verwechselt worden zu sein, und ein neues Leben in einem „Harmoniepark“ ersehnt, zitiert sie aus dem Fundus literarischer Avantgarden, aus Märchen und Volksliedern, aus Opernlibretti und Popsongs.

Literatur bietet nach Elke Heinemann die Möglichkeit, soziale Machtstrukturen und Kommunikationsstörungen aufzuzeigen, Wirklichkeitskonzepte und mediale Strategien zu hinterfragen. Es geht ihr darum, sprachlich auszudrücken, was unbewusst oder bewusst verschwiegen wird, was nicht gesagt werden darf oder kann - egal, ob es sich um Emotionen handelt oder um gesellschaftliche Missstände.

Ihr Werk zeichnet sich durch eine gesellschaftskritische und zugleich formal innovative Literatur aus. Durch das Kombinieren von Montagen zu Collagen, die Vermengung von gesprochener Sprache und Prosa, den Einbezug volkstümlicher, popkultureller und avangardistischer Fremdtexte weicht sie vom linearen Erzählen ab. Zudem enttarnt sie mit Blick auf aktuelle Wissenschaftsdiskurse Trivialmythen, Rollenklischees und alltägliche Verstöße gegen die menschliche Würde. Dabei geht es ihr nicht von ungefähr oft um die Belange von Mädchen und Frauen.

In ihren Romanen, die als literarische Versuchsanordnungen bezeichnet worden sind, erforscht sie mit Ironie, Scharfsinn und Sprachwitz auch die literarische Fiktion und das Schreiben selbst. Sie erweitert durch sprachspielerische Experimente und poetische Innovationen die Grenzen der Wahrnehmung und stößt in entlegene Räume der Fantasie vor. Elke Heinemann interessiert - mit den Worten des österreichischen Literaturkritikers Anton Thuswaldner -, „welche Welt wir uns erfinden.“ Ihr Werk ist eigenwillig und originell, zudem, laut Sinn und Form-Redakteur Gernot Krämer im Deutschlandfunk, „ästhetisch und intellektuell anspruchsvoll und hochkomisch".

„Ästhetisch und intellektuell anspruchsvoll und hochkomisch.“

Deutschlandfunk Büchermarkt

„Unkonventionell und innovativ, postmodern, irrwitzig und ironisch, konsum- und sozialkritisch, feministisch und frisch.“

AVIVA Online-Magazin für Frauen

Auszeichnungen

2023 Bad Godesberger Literaturpreis, SCIVIAS- Literaturpreis (Shortlist)

2022 Stipendium der BKM als Writer in Residence im Deutschen Studienzentrum in Venedig, Visiting Writer im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg

2020/21 Stipendium der VG WORT im Rahmen des BKM-Programms NEUSTART KULTUR

2019 Auswahl der Vorjury für den Gertrud-Kolmar-Preis

2018 Literaturpreis Ruhr für das Gesamtwerk, Nominierung für den Preis der Hotlist, Finalistin des NDR beim internationalen Hörfunkpreis Prix Marulić

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2016 Writer in Residence, Franz-Edelmaier-Residenz für Literatur und Menschenrechte, Meran

2015 Deutscher eBook Award in der Kategorie „Fiction“

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2014 Finalistin bei der Floriana – Biennale für Literatur (Österreich), Teilnahme außer Konkurrenz

2012 Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste Berlin

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2009 Auszeichnung beim Limburg-Preis für Literatur, Nominierung von Radio Bremen für den Prix Europa

2008 Hörspiel des Monats Juni der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, Nominierung von Deutschlandradio Kultur, WDR und Radio Bremen für den Prix Italia

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2006 Nominierung für den Mara-Cassens-Preis, Finalistin der ARD in der Kategorie „Radio-Feature“ beim Prix Italia

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2005 Auszeichnung beim Literaturpreis des Freien Deutschen Autorenverbandes
2003 Nominierung für den Aspekte-Literaturpreis

2002 Esslinger Bahnwärter-Stipendium für Literatur

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2001 Finalistin beim Alfred-Döblin-Preis

2000 1. Preis Floriana – Biennale für Literatur (Österreich)

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1999 Förderpreis zum Literaturpreis Ruhr

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1994 Stipendium des Berliner Senats im Künstlerhaus Schloß Wiepersdorf

Pressefotos

Portraitfoto von Elke Heinemann mit leicht geneigtem Kopf
Portraitfoto von Elke Heinemann
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